Gezeiten und Wellen – in ihnen steckt jede Menge Energie. Schon vor Jahrzehnten wurde die Idee, Strom aus dem Meer zu gewinnen, von innovativen Ingenieuren und Wissenschaftlern als Chance für eine spätere Energiewende gesehen. Warum aber ist der große Durchbruch trotz vieler guter Vorzeichen bislang ausgeblieben?
Die Dokumentation von Michael R. Gärtner geht dieser Frage auf den Grund und begibt sich auf eine faszinierende Spurensuche entlang der Küsten Europas – von der Bretagne über Schottland bis auf die Färöer.
Auf einen ersten Meilenstein der Meeresenergie stoßen die Filmemacher bei Saint Malo in Frankreich, wo das erste kommerzielle Gezeitenkraftwerk der Welt seit fast 60 Jahren zuverlässig Strom liefert. Doch seinem Erfolg wie zum Trotz: Meeresenergie ist weltweit kaum gefragt, wie aktuelle Zahlen zeigen: Weniger als ein Prozent der erneuerbaren Energien wird heute aus Gezeiten- und Wellenkraft gewonnen.
Woran liegt das? Von einer Seeschlange aus Stahl, die die Kraft schottischer Wellen in Strom verwandeln sollte, bis zu einer Art Windrad unter Wasser. Vielversprechende Entwicklungen, die der Film über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren begleitet, zeigen, warum es neue Technologien oft schwer haben, sich durchzusetzen. Und das aus ganz verschiedenen und überraschenden Gründen, wie Wissenschaftler und Ingenieure berichten.
Trotz aller Herausforderungen lassen aktuelle Projekte aber auch hoffen: In Schottland erleben derzeit weiter entwickelte Unterwasser-Turbinen ein überraschendes Comeback. Und auf den entlegenen Färöer-Inseln zeigt sich, dass Strom aus dem Meer dort eine Chance hat, wo es nicht genug Alternativen gibt.
Ein Film von Michael R. Gärtner.
Im Auftrag von ZDF/ARTE.