Die Anden – die längste Gebirgskette der Erde und ein Naturphänomen in ständiger Bewegung. Hier wirken unaufhörlich gewaltige Kräfte aus dem Erdinneren und der Atmosphäre. Der Geologe Colin Devey begibt sich auf eine spektakuläre Expedition entlang dieser einzigartigen Landschaften: von Patagoniens sturmumtosten Gletschern bis zu den majestätischen Vulkanen Ecuadors, von der Atacama-Wüste bis ins Amazonasbecken.
In Cusco, der einstigen Hauptstadt der Inka, prägen Erdbeben seit Jahrhunderten das Leben der Menschen. Hier zeigt sich, wie die tektonische Subduktion, das Gebirge wachsen lässt und Vulkane wie den Cotopaxi hervorbringt. Im chilenischen Hochland entstehen während der Gebirgsbildung wertvolle Rohstoffe. Deren Abbau wirft grundlegende Fragen zu unserem Umgang mit der Natur auf.
Doch nicht nur Kräfte aus der Tiefe formen das Antlitz der Anden: Wind, Wasser, Eis und Sonne wirken ebenso unermüdlich. In Patagonien schleifen gewaltige Gletscher tiefe Täler ins Gestein, und der ständige Wechsel aus Frost und Tau sprengt selbst massive Felsen. Auf Humboldts Spuren erklimmt der Geologe den Chimborazo, durchwandert alle Klimazonen der Erde der Höhe nach und erfährt im Ursprungsgebiet der Kartoffel, wie Artenvielfalt zur Ernährungssicherheit der Zukunft beiträgt.
Der kalte Humboldtstrom vor der Küste Südamerikas sorgt für extreme Trockenheit im Hinterland – und macht die Atacama-Wüste zum trockensten Ort der Welt. Hier, wo die höchste Sonneneinstrahlung der Erde gemessen wurde, blicken Astronomen in ferne Galaxien. Schon die indigenen Völker dachten hier über den Ursprung des Lebens nach – und bauen heute mit ausgeklügelten Systemen Wein inmitten der Wüste an.
Eine Reise durch ein geologisches Labor der Extreme – zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Buch: Ole Gurr und Mona Garzon
Regie: Ole Gurr
Kamera: Ricardo Garzon Mesa
Ton: Jakob Schmidt
Eine Produktion im Auftrag des ZDF in Zusammenarbeit mit ARTE
2 x 43 min/ 1 x 90 min | 2025